Richtiges Heizen und Lüften

20Heute verbringen Menschen den Großteil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Ob dieser Aufenthalt behaglich ist, hängt maßgeblich vom Raumklima ab. Dieses setzt sich maßgeblich aus den Faktoren Temperatur Feuchtigkeit, Bewegung und Qualität der Raumluft zusammen.

Zwar sind diese Faktoren immer von dem individuellen Empfinden abhängig, jedoch  werden Werte zwischen 35 und 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit sowie Temperaturen zwischen 19 und 22°C als angenehm empfunden. Überprüfen kann man diese Werte mit einem Thermo-Hygrometer.

Feuchtigkeit
In einem normalen Haushalt werden bei vier Personen pro Tag ca. 12 Liter Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Neben dem atmenden Menschen und den Pflanzen, die entsprechende Feuchtigkeit abgeben, sind hierfür insbesondere Tätigkeiten wie Kochen, Duschen, Bügeln und Waschen dafür verantwortlich. Wenn dann die relative Luftfeuchtigkeit über 70 Prozent steigt, wächst auch die Schimmelgefahr.

Es sollte schon bei der Einrichtung von Räumen ein Augenmerk drauf gelegt werden, dass größere Möbelstücke immer einige Zentimeter von den Wänden abgerückt sind, damit auch dort die Raumluft zirkulieren kann. Gerade bei Außenwänden in schlecht isolierten Häusern ist dies wichtig,  da sich hier sonst durch Kondensation schnell Feuchtigkeit sammeln kann und somit die Gefahr von Schimmelbildung gegeben ist.

Besonders im Winter können hier Probleme entstehen, insbesondere an Wärmebrücken wie Rollläden, an Gebäudeecken oder an schlecht gedämmten Fenstern. Hier ist es besonders wichtig, ausreichend zu lüften.

Richtiges Lüften
Grundsätzlich gilt: Man sollte täglich zwei bis viermal lüften. In Räumen, in denen man sich öfter aufhält mehr als in den Räumen, in denen man seltener ist.

Das Schlafzimmer sollte nach dem Aufstehen gut durchgelüftet werden. Auch im Anschluss an Tätigkeiten, die viel Feuchtigkeit mit sich bringen, wie Duschen, Kochen oder Wischen, sollte gründlich gelüftet werden.

Gerade in der Heizperiode sollte darauf geachtet werden, dass jeweils nur kurz und dafür wirksam gelüftet wird. Ein Querlüften bei offenen und gegenüberliegenden Fenstern führt zu einem schnellen Luftaustausche, ohne, dass die Wände im Raum zu sehr auskühlen. Auch gekippte Fenster können dies bewerkstelligen, sind aber nicht so effektiv. Auf jeden Fall sollten die Fenster nach dem Lüften wieder geschlossen werden.

Weiterhin sollten während des Lüftens die im Raum befindlichen Heizkörper abgestellt werden. So wird vermieden, die Heizkosten unnötig in die Höhe zu treiben.

Selbst  bei wenig Wind und nur einem geringem Unterschied zwischen der Zimmer- und der Außentemperatur reicht einer Viertelstunde bei komplett geöffneten Fenstern aus, um durchzulüften. Je niedriger die Außentemperatur, desto kürzer ist diese benötigte Zeit.

Richtiges Heizen
Zwar ist insbesondere die Raumtemperatur eine sehr individuelle Sache, aber in der Regel werden 19-21°C für Wohnräume und Küchen, 21-23°C für das Badezimmer, ca. 18°C für Schlafzimmer und 14-16°C für einzelne und wenig genutzte Räume empfohlen. Gerade letztere sollten auch nicht kühler sein, sonst kann Feuchtigkeit kondensieren. Gerade bei kühleren Räumen muss hier häufiger gelüftet werden.

In Bezug auf die Heizkosten gilt die Faustregel, dass die Absenkung der Raumtemperatur um 1°C die Kosten um 6 Prozent senken kann. Dies kann bei einer Absenkung der Raumtemperatur von z.B. 25 auf 21°C zu einer Senkung der Heizkosten von über 20 Prozent führen.

Auch sollte eine Heizung in der Heizperiode nie komplett abgestellt werden, denn wenn ein Raum
vollständig auskühlt, ist bedeutend mehr Heizleistung nötig, um diesen wieder zu erwärmen.

Ebenfalls sollte man die Innentüren zwischen Räumen mit unterschiedlicher Temperatur geschlossen halten und die Räume individuell beheizen. Wenn Luft von wärmeren in kühlere Räume gelangt, kondensiert dort ein Teil der Luftfeuchtigkeit, was wiederum zu Schimmelbildung führen kann.

Auch sollten die Heizkörper nicht verdeckt oder verstellt sein, z.B. durch Möbelstücke, da dies die Heizleistung beeinträchtigt.

Wenn diese Hinweise beherzigt werden, steht einem guten Raumklima nichts mehr im Wege!